Was ist ein Mikoshi?

Ein Mikoshi ist ein tragbarer Schrein der japanischen Naturreligion Shinto, der – je nach Größe – auf den Schultern von ca. 30-40 Personen getragen wird. Mikoshi werden in ganz Japan bei lokalen Festen durch die Straßen getragen. Durch das Tragen und Schütteln soll die Gottheit, die im Schrein „sitzt“ erheitert und gütig gestimmt werden.

Während wir natürlich die religiöse Dimension des Schreins respektieren, ist unser Projekt nicht religiös.
Uns hat die Idee inspiriert, die dahinter steht:

Mikoshi

Um den 280 kg schweren Schrein zu stemmen, braucht es wahre Teamplayer!

Menschen, die sich dafür begeistern, sich gemeinsam mit aller Kraft für eine Sache einzusetzen. Menschen, die zupacken können, die bereit sind, einer gemeinsamen Aufgabe zu dienen und gemeinsam über sich hinauszuwachsen. Denn damit sich der Schrein durch die Straßen bewegen lässt, müssen sich die Träger stets aufmerksam koordinieren und ihren Gang rhythmisch abgleichen.

Traditionell gilt: Beim Tragen des Mikoshi sind alle gleich. Unabhängig von Status, Alter etc. zählt hier nur der persönliche Einsatz für die gemeinsame Aufgabe.

Wer sich darauf einlässt, kann bewegende Momente erleben!

Obwohl das Tragen des Mikoshi körperlichen und geistigen Einsatz erfordert und von außen manchmal erschöpfend aussieht, macht es doch riesig Spaß und setzt erstaunliche Kräfte frei.

Auf spielerische Weise entsteht im Team – unabhängig von Herkunft, Alter, Geschlecht – ein intensives Gefühl der Verbundenheit und des Zusammenhalts.

Yui Lange

Auch deshalb sehen wir uns – obwohl der Mikoshi ein japanisches Kulturprodukt ist – nicht als exklusiv japanisches Projekt.

Kultur ist dynamisch und kann von jedem gelebt werden, der sie in die Praxis umsetzt. Was entsteht ist eine Kultur, die weder japanisch noch deutsch ist, sondern hier von uns gemacht wird und damit zu etwas ganz Neuem wird.

Im eigentlichen Sinn des Karnevals der Kulturen möchten wir mit dem Mikoshi zeigen, dass interkulturelles Zusammenleben und -wirken möglich und unbeschwert herzustellen ist.

Viele von diesen Gefühlen und Gedanken erschließen sich erst, nachdem man den Schrein wirklich einmal auf den Schultern hatte und die Atmosphäre während des Umzugs und danach auf sich wirken lässt.

Im letzten Jahr haben viele unserer Teilnehmer ihre eigenen Momente und Geschichten erlebt, die das Besondere unseres Projekts ausmachen.

Einfach mal mitmachen und selbst erleben!